Viel zu viel los auf so einer Comic-Con

Das Buch: Eigentlich hat Zak, ein verträumter Nerd, für das nächste Wochenende viel vor: die alljährliche Comic-Con, oder auch Washingcon genannt, findet wieder statt. Denn das ist seine Welt und jeder kennt ihn dort. Doch leider macht ihn seine Lehrerin einen Strich durch die Rechnung: Um das Fach zu bestehen muss er am Wochenende an einer Quiz-Meisterschaft der Schule teilnehmen. Zwar auch in Washington, doch leider ist dies eben nicht die Comic-Con. Und dann läuft der kleine Bruder von Ana, die zielstrebige Kapitänin des Quizteams, einfach weg – direkt auf die Comic-Con. Nun kommt Zak doch noch auf die Comic-Con – zusammen mit Ana und nur zur Suche nach ihrem Bruder. So hatte er sich das Wochenende nicht vorgestellt….

Brian Katcher – Ana und Zak

Das Fazit: Dieses Buch wird durchgehend als Liebesgeschichte propagiert. Ist aber eher nicht. Natürlich darf ein Kuss zwischen Ana und Zak nicht fehlen. Aber der eigentliche Star ist nun einmal der Ort: die Comic-Con. Zak, der in seinen jungen Jahren wohl schon alles auf diesem Event erlebt hat und Ana, die doch sehr naiv und unbedarft auf diese Veranstaltung stolpert. Immer auf der Suche nach dem kleinen Bruder. Denn dieser will einfach einmal Spaß haben. Sich mal etwas gönnen.

Doch Ana eröffnet das große Drama. Sie kann es nicht verstehen. Auch nicht, dass man sich verkleidet und so auf ein Event gehen kann. Doch dort passieren viele Abenteuer, die doch so manche Einsicht bei Ana bringen. Zusammen mit dem doch eher „Checker“ Zak beginnt sie, diese Welt zu verstehen. Eigentlich auch nur, um Zak zu verstehen.

Kommen wir zurück zu den Abenteuern: der Großteil des Buches spielt sich noch nicht einmal in 24 Stunden ab. Immer schön auf der Comic-Con. Ana und Zak stürzen von einem Abenteuer zum nächsten. Und das wird doch sehr abstrus und völlig überzogen. In dieser Spanne gibt es (hier eine kleine Auswahl) Prügeleien, Kartenspiele mit Wassereinsatz, wütende Figuren, eine Mittelalterschlacht, ein Vampirball, Karaoke, Drogenfund, Kidnapping, Waffen. Die Drogengeschichte war übrigens völlig abwegig und sinnlos.

Trotzdem muss man den Autor zu der gelungenen Kulisse loben. Der Leser erhält wirklich den Eindruck, auf einer Comic-Con zu sein und auch gerne mal eine zu besuchen. Leider hetzen dann Ana und Zak doch zu sehr durch das Geschehen.

Kurz durchatmen konnte der Leser nur in kurzen ruhigen Momenten. Da, wo Ana und Zak von ihren Familien erzählen. Denn beide sind nicht so perfekt, wie sie scheinen. Und beide können voneinander lernen. Das tun sie auch – das ist die Basis der kleinen aufkeimenden Liebe. Mehr Romantik gibt es nicht. Ist ja auch keine Zeit bei den vielen Geschehnissen auf dem Event. Aber genau diese kleinen Momente tun diesem Buch sehr gut.

Zusammenfassend ist es ein nettes Buch für zwischendurch. Eine schöne Location mit schöner Thematik. Leider ist es doch aufgrund der kurzen Zeitspanne im Buch eher eine Hetzerei von einer Veranstaltung zur nächsten. Immer auf der Suche nach dem Bruder. Und was macht dieser? Eine ruhige Kugel schieben und Ana und Zak heimlich beobachten. Genau wie der Leser.

3 Sterne

Dtv Verlag – 14,95€ (Broschur) – 314 Seiten

ISBN 978-3423650250

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