Eine etwas andere Biografie über eine Künstlerin

Das Buch: erzählt das Leben von der Zeichnerin Charlotte Salomon vor und während des zweiten Weltkrieges. Das fängt bei der Kindheit und Jugend an und endet mit einem jähen Tod. Immer wieder wird sie aus ihrer Traumwelt gerissen, doch das Zeichnen hilft ihr alles zu vergessen.

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Fazit: Es ist ein ungewöhnliches Buch. Das erste, was dem Leser auffällt sind die Sätze. Jeder Satz bekommt eine eigene Zeile gutgeschrieben. Das mag dem einen am Lesefluss stören, doch es passt zu der Stimmung. So kurz wie Charlottes Leben war, so kurz kommen die Abschnitte herüber. Und so wird es doch passend.

Was leider nicht so passend war, waren die Bemerkungen des Autors. Zum Glück nicht zu oft schweift der Autor ab vom Leben Charlottes und teilt uns seine Recherchen zu diesem Buch mit. So reist er nach Berlin, besucht Orte, die auch Charlotte mochte und interviewt Zeitzeugen in Frankreich, die Charlotte wirklich oder nur vom Hörensagen kannten. Das kam doch zu selbstdarstellerisch herüber. Schade.

Charlotte selbst wird dem Leser sehr nahegebracht. Obwohl man doch zu dem eigentlichen Akt, wo sie ihr Leben zeichnet, kaum etwas erfährt. Das, was der Nachwelt erhalten blieb, wird hier nur nebensächlich erwähnt. Im Vordergrund stehen hier eher die Familienverhältnisse und die Interaktionen untereinander. Doch auch diese sind durchaus interessant und ungewöhnlich.

Zusammenfassend ist dies eine Biografie mit ungewöhnlichen Elementen für das Genre. Auch wenn man nichts über diese Künstlerin weiß, ist es durchaus interessant. Ohne große historische Fakten wird hier ein Schicksal während des Nationalsozialismus nähergebracht. Man muss nichts von Kunst verstehen, aber man versteht hier die Künstlerin.

Deutsche Verlags Anstalt – 17,99€ (Hardcover) – 240 Seiten

ISBN: 978-3421047083

4 Sterne

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